Wenn auch der Hauptgrund unserer Reise nach Vanuatu unsere Hochzeit war, haben wir als begeisterte Taucher auf unsere Tauchausrüstung nicht verzichtet.
Der Tauchtourismus konzentriert sich auf die beiden großen Inseln Efate und Espirito Santo. Hier gibt es einige Tauchbasen und es können sowohl Tauchkurse wie auch Tauchausfahrten gebucht werden.

Gewiss ein weiteres Highlight ist der sog. Million Dollar Point. Hierbei handelt es sich um einen Tauchgang vom Strand aus. Inmitten einer riesigen UW-Sandwüste findet man tausende Tonnen von US-Militär-Ausrüstung, die beim Abzug der amerikanischen Streitkräfte am Ende des zweiten Weltkrieges  ins Meer versenkt wurden.

Von der Wasseroberfläche bis in 45m Tiefe liegen hier neben großen Geräten wie Kränen, LKWs, Jeeps, Gabelstaplern auch Dinge wie Bremsbeläge, Isolatoren, Wellblech - alles ein wirres Durcheinander und meist kaum erkennbar, wo was aufhört und was beginnt.

In der ersten Nachkriegszeit wurde von Einheimischen versucht zu bergen, was noch reparierbar war. Daß dabei nicht immer alles gut dabei ging, bezeugt ein dabei untergegangenes kleines Bergungsschiff, das sich harmonisch in die Schrottberge einfügt ;-).

Vanuatu 1999Wir nutzten unsere wenigen Tage auf der Insel Aore um einige Tauchgänge mit Aquamarine zu machen. Eigentümer dieses Tauchbasis in Luganville ist Kevin, der viele Jahre Taucherfahrung vorort gesammelt hat. Zu Aquamarine gehört neben einem kleinen Tauchshop ein Ausrüstungsverleih sowie eine Tauchschule. Hier kann man neben den Standard-Tauchkursen auch Höhlentauchkurse absolvieren. Auf Wunsch fährt er mit einem seiner beiden Boote (Aqua One mit 8,5 m und die Viong mit 10 m Länge) auch das Aore Resort an, um dort untergebrachte Taucher abzuholen.

Neben einer überwältigenden Natur gibt es in Vanuatu eine Menge Relikte (über und unter Wasser), die auf die auf 200.000 hier stationierten US-Soldaten im 2 Weltkrieg zurückgehen. Auch wenn Vanuatu kein Kampfgebiet war sondern die Schlachten auf den Solomonen ausgetragen wurden, liegen hier Flugzeuge und Schiffswracks vor den Inseln im Meer. Pikanterweise sind die beiden großen Wracks ohne Feindeinwirkung Opfer der eigenen Seeminen der Amerikaner geworden.

Das vermutlich bekannteste Tauchziel  ist das Wrack der President Coolidge aber natürlich findet man zahlreiche weitere interessante Tauchplätze.

Korallenbewuchs ist hier wenig zu sehen, aber Fische scheinen sich in dieser Umgebung wohl zu fühlen: Zwischen all dem Kriegsmaterial tummeln sich Fahnenbarsche, Schwärme von Barakudas, Barben, Schmetterlingsfische usw.

Sicher sind auch der absichtlich für Taucher versenkte Inselfrachter MV Henry Bonneaud mit seiner unglaublichen Menge an Fischen und Korallen oder der US-Zerstörer USS Tucker ineressante Tauchplätze.
Wer lieber an Steilwänden mit farbenprächtigem Korallenbewuchs taucht sollte vielleicht einmal den Tauchplatz Tubana mitanfahren. Zu den besten Tauchplätzen zählt auch Tatuba Point mit einer einzigartigen Vielfalt an Höhlen, Steilwänden, Unterwasser-Tunnels und -Canyons.

Die Seekarte zeigt, daß rund um die Inseln die 1000m Tiefenlinie nicht weit entfernt ist, also gibt es Steilwände satt, Groß- und Hochseefische ganz nahe am Ufer - kurz ein wirkliches pazifisches Tauchparadies.
Aquamarine bietet auch Haifütterungen an. Dazu werden die Taucher halbkreisfürmig in bis zu 3 Lagen übereinander geschichtet. Kevin bindet Köder an einen Korallenstock und reißt die geruchsdichte Verpackung weg. Sofort gibt es eine Feeding Frenzy: die Haie schießen in wildem Freßrausch kreuz und quer, schnappen nach allem was nach Futter riecht oder aussieht und nach 30 Sekunden ist das Spektakel vorbei. Zwei bis drei solcher Menügänge gibt es für die Haie, bevor es ans Auftauchen geht.

Wir hatten zudem aus Glück, vom damaligen Besitzer des Aore Resort direkt vor der Hotelanlage zu einem Flugzeugwrack geführt zu werden, das dort in 25m Tiefe herrlich bewachsen liegt.

Will man in Vanuatu auch etwas abgelegenere Stellen betauchen und an den vielen anderen Inseln einen Sprung ins Wasser machen, muß man nicht nur seine eigene Tauchausrüstung mitbringen sondern auch für alles andere wie Flasche, Blei, Kompressor selber sorgen.
Die SY Miz Mae ist nicht nur hervorragend hierfür ausgerüstet, Skipper Tom ist selbst Taucher und hat viele Stellen im nördlichen Teil Vanuatus selber betaucht. Er machte Vorschläge zu möglichen Tauchgängen, gab uns verschiedene Tipps und Hinweise, getaucht wurde dann aber immer selbständig ohne seine Begleitung.

 

Million Dollar Point 

Million Dollar Point 

 Tauchen in Vanuatu